Global Perlerinnen

Als Ergänzung zu Helgas ausführlichen Berichten von der Perlenkunstmese in Hamburg möchte ich kurz von meinen beiden Kursen erzählen. Beide spiegeln für mich das Außergewöhnliche der diesjährigen Veranstaltung wieder: die Internationalität. Dies betraf nicht nur die Lehrer, sondern auch die Aussteller und Teilnehmer.

Nach überstandenem Stau kam ich etwas verspätet zum Kurs “Net on Net” bei Laura Andrews, eine bekannte amerikanische Lehrerin, die ich bereits in Santa Fé kennengelernt hatte. Deshalb freute ich mich sehr darauf. Berechtigterweise, da sie auch diesen Kurs in Deutschland mit der gleichen großen Sachkenntnis, ihrem besonderen Engagement und einer ganz persönlichen Lebhaftigkeit gestaltete. Wir perlten ein Armband, d.h. zunächst einen Schlauch in Netztechnik in verschiedenen Regenbogenfarben. Dabei “netzten” wir die Farben ineinander, was später einen schönen Farbverlauf ergab.

Der zweite Schritt bestand in dem Herstellen eines zweiten Netzes, dass dann längs um den Schlauch herumgelegt wurde.

Da dieses zweite Netz  dabei auseinandergezogen wird, sich aber auch verkürzt, war hier erhebliche Tüftelei und viel Erklärung notwendig. Wenn man erst ‘mal weis, wie es geht … bekommt man ein sehr schönes Ergebnis. Mein Armband trage ich sehr gerne, da es von allen Seiten gut aussieht und sich schön um den Arm legt. Vielleicht mache ich es nochmals in anderen Farben.

Wir waren viele deutsche Schülerinnen, die aber auch aus dem Ruhrgebiet oder Baden-Württemberg kamen, darunter etliche offensichtlich langjährige Fans von Laura. Und neben mir saß eine Dame, Maria, die extra aus der Schweiz für dieses Wochenende nach Hamburg geflogen war. Das ist doch wahre Begeisterung ! Sie berichtete, dass bei ihr zu hause nichts Vergleichbares stattfinden würde.

Als zweiten Kurs hatte ich mir den Ring “Zweisamkeit” ausgesucht, der von Dr. Luz Rodriguez Gonzalez angeboten wurde. Zwar waren wir zwei Schülerinnen aus Bremen und Hamburg, unsere Lehrerin ist aber eine echte Spanierin ( Luz bedeutet Licht), die jetzt mit ihrer Familie in Deutschland lebt und hier nach ihrer Elternzeit auch wieder arbeiten wird.     

Luz, auf dem Foto in der Mitte, hatte eine interessante Ringkonstruktion erarbeitet, die wir zwar nicht ganz fertigstellen konnten ( wir hatten uns einfach so viel zu erzählen), aber zuhause leicht zu Ende zu bringen war. Wir lernten auch, dass man in Spanien fummelige Projekte als trabacho chino bezeichnet, chinesische Arbeit.

Mit einem halben Ohr konnten wir noch der anderen Gruppe von Hub Petersen zuhören, der auf Deutsch-Englisch die RAW-Technik erläuterte und dazu verständlicherweise absolute Ruhe brauchte. Das hat uns Drei aber nicht lange gehindert, aktuelle Perlereiideen auszutauschen  - wirklich drei fröhliche und interessante Stunden. Und das auch, weil Valeska, Ingenieurin, über ihre Arbeit bei der Lufthansa-Technik berichtete und Luz erzählte, dass sie als Chemikerin bei der Herstellung von Spezialglas tätig ist. Luz hat mit einer wunderschönen und außergewöhnlichen Arbeit am Wettbewerb in der Rubrik Off-Loom teilgenommen und den zweiten Platz gewonnen. In der Perlen-Poesie Nr. 14 ist auf Seite 90 ihr Projekt “Großstadtleben” abgebildet. Ich konnte es in einer Vitrine in natura sehen. Da wirkt es noch viel besser !

Obwohl es an diesem Sonnabend sehr warm war, nutzten wir die Zeit noch ausgiebig zum Einkaufen.

So erwarb ich bei der Engländerin Heather Kingsley-Heath noch zwei sehr schöne Anleitungen, bewunderte etliche russische Arbeiten und besorgte mir bei den englischen Halbedelstein- und Glasperlenverkäufern noch tolle smaragdfarbene bicones in drei Größen 

Erfreulich fand ich, dass etliche Verkäufer wieder dabei waren, die bereits im letzten Jahr ihre Ware angeboten hatten. Das ist doch eigentlich ein gutes Zeichen für die Zukunft.  

Susanne

 

Perlen-Messe 2012 Samstagnachmittag

Faltblatt Perlen-Messe Hamburg 2011

Workshop Nummer Vier buchte ich wieder bei Huib Petersen “Squared Compliments”. Diesmal ging es um ein sehr aufwendiges Projekt, nämlich Right Angle Weave (RAW) als Röhre / Tube. Wer sich in meinen Kurs an dieser Technik versuchte, wird wissen wie schwierig sie zu verstehen ist. Doch ist es einmal verinnerlicht, erscheint sie ganz einfach. Bisher hatte ich einmal RAW ausprobiert, aber ich machte einen entscheidenden Fehler. Nun wollte ich die Technik von einem ausgewiesenen Fachmann lernen.

Nach einem ausführlichen Theorieteil konnten wir das Gehörte in die Tat umsetzen. Es klappte. Huib hatte in seinem Original einen besonbderen Verschluss gearbeitet. Er bog einen Draht zu einem Haken und umperlte ihn in der Technik.

Auch erzählte er wieder sehr praktische Perlereiinformationen, z.B. wenn die Nadelöse nass ist, der abgeschnittene Faden herangehalten wird, zieht das Wasser den Faden an und durch die Öse. Mal ausprobieren, ob es funktioniert. Auch verriet er Tricks, wie andere Formen mit RAW tubular gearbeitet werden können.  Ebenso gab er Einblicke in sein Entwicklungslabor. Er fädelt cirka sechs Stunden pro Tag. Da ist es kein Wunder, das seine Projekte nicht nur aufwendig erscheinen, sondern es auch sind.

Es war heiß, die Wasserflasche immer dabei und wir schwitzten alle. Doch jeder Workshopteilnehmer fädelte mit Eifer. Wahrscheinlich war das ruhige Sitzen und nur mit den Händen arbeiten das Beste, um diese Temperaturen zu überstehen.

Um 17.00 Uhr verabschiedete uns Huib. Nun hatte ich noch eine Stunde Zeit, um über die Messe zu wandeln. Da ich genug Perlen zu Hause habe, widerstand ich dem Kaufen. Unsere Fahrgemeinschaft traf sich am Ausgang. Auf der nun staulosen Rückfahrt tauschten wir Eindrücke aus. Jeder, außer Susanne, denn sie musste uns heil nach Hause bringen, durchstöberte seine Taschen und Beutel und bestaunte die Einkäufe des anderen.

 

Samstag Workshop Perlen-Messe 2012

Am Samstag fuhr Susanne uns nach Hamburg. Nun erwischte uns der Baustellenstau am Maschener Kreuz. Wir kamen eine halbe Stunde zu spät zu unseren Workshops und die Teacher auch. Martina, Susanne und ich liefen in unsere Workshops. Für Brigitte stand  Shoppen auf dem Plan. Und sie hatte gut zu tun bei den vielen Ständen. Als wir uns zur Mittagspause trafen mit Eindrücken von unseren Workshops, hatte sie die ersten Beutelchen erstanden.

Ich hatte mir den Workshop bei Petra Tismer vom PerLament “Sommertraum Collier” ausgesucht. Liebevoll hatte sie die Zutaten zum Projekt zusammen gestellt mit einen netten Verpackung und vielen kleinen Beutelchen mit Strängen von Schliffperlen. So kenne ich sie. Die Anleitung wieder mal sehr übersichtlich und gut erklärt. Auch so erlebte  ich es schon von ihr. Wir gingen Schritt für Schritt die einzelnen Abschnitte der Kette durch. Wieder mal wurde das Projekt nicht fertig, dafür war die Fädelei zu aufwendig. Aber es stecken viele einzelne Techniken in dieser Arbeit, die auch getrennt Verwendung finden können.

Zweiter Workshop Perlen-Messe Hamburg 2012

Leider musste ich den Workshop von Huib eine halbe Stunde früher verlassen, um zu Heather Kingsley-Heath zu gehen. Hier sollte ein “Summer Tassel” mit dem Albion Stitch hergestellt werden. Diese Technik ist neu und ich wollte sie unbedingt kennen lernen. Es gibt zwar schon zwei Bücher dazu, aber wozu ist die Perlen-Messe da. Dort lerne ich auch gleich die Perlenkünstler kennen.

Heather Kingsley-Heath

Gegen Huibs schwere Projekte war dieser Workshop die reinste Erholung. Wenn man genau aufpasste, wenn Heather die einzelnen Schritte erklärte, kam man problemlos mit. Am Schluss hatte ich den Tassel zwar nicht fertig, dazu war die Zeit auch zu kurz.

Ihre Projekte im Albion Stitch

Auch hier übersetzte eine Dolmetscherin, denn Heather spricht kein Deutsch. Das ist das Interessante, als brave deutsche Perlerin bewegt man sich plötzlich auf internationalem Parkett und kauft sich englischsprachige Bücher. Ich bin aus der “Bastelecke” heraus, in die ich mich immer bei einem Blick auf den deutschen Perlenbuchmarkt und in Bastelgeschäfte gedrängt fühle.

Ich kaufte auch ein Buch mit weiteren Projekten von Heather und ließ mir ein Autogramm geben. Das musste jetzt sein. Wer weiß, wann ich sie wieder treffe.

Helga

Perlen-Messe 2012

Workshop: Kette “Fairy Tale Shoes” mit Huib Petersen

Freitag kam ich pünktlich zum ersten Workshop, welches nicht selbstverständlich ist bei den Baustellen im Maschener Kreuz. Und schon ging es los bei Huib Petersen, den ich bisher nur von Fotos kannte. Auf dem Programm standen die geperlten High Heels. Um den Schwierigkeitsgrad noch zu erhöhen, klebten an der Kette auch noch Mäuse. Da die Anleitungen relativ schwierig auf Anhieb zu durchblicken waren, bekam ich auch keinen hochhackigen Schuh vollständig fertig. An der fehlenden Hilfestellung lag es nicht, denn Huib und eine Dometscherin gaben Untersützung. Einige aus der Gruppe waren fitter und stellten während der Zeit sogar fast zwei her. Projekt "Alice im Wunderland"

Als Ausrede könnte ich nun die Hitze anführen, aber das wäre zu banal. Eine weitere Entschuldigung ist vielleicht, das Huib allerlei nützliche Dinge erzählte, die er im Laufe seiner Perlereierfahrungen heraus gefunden hatte. Auch stellte er seine Perlenprojekte vor, die ich schnell fotografieren musste. Da musste ich natürlich zu hören.

Auf alle Fälle werde ich mir diese Schuhe noch mal im Urlaub in Ruhe vornehmen, der Ehrgeiz lässt grüßen. Aber das ist das Spannende am Perlen, sonst würde ich nicht immer wieder anfangen.Detail Uhr aus Projekt "Alice im Wunderland"

Die Inhalte der Anleitung sind sehr umfangreich, so dass man sie auch als getrennte Projekte arbeiten kann. Huib meinte, er mache die Projekte immer schwer und aufwendig, damit seine “Schüler” es nicht so leicht haben. Das ist das Tolle an solchen Workshops, auch wenn man nichts fertig bekommt, nimmt man doch viele neue Ideen mit nach Hause.

Helga

Bead fest Santa Fe, New Mexiko

Beading at its best vom 15. bis 18.3.2012

First off all I would like to say a warm THANK YOU to my extraordinary teachers  during my classes in Santa Fe: to Judy Walker, Marcia Balonis, Beth Kraft and Laura Andrews. It was a great experience to learn a lot of new designs and beeing a member of the world wide beading family. I liked your warm welcome as much as the feeling of positive support all the time. Hope to meet you once again, maybe in Germany.  

Wer die Ankündigungen der großen Perlenevents in den amerikanischen und englischen Zeitschriften liest, muss ( und soll ) ja auf die Idee kommen, selbst ein mal teilzunehmen. Wenn frau dann noch das Glück hat – wie ich – eine Freundin zu haben, die auch gerne Schmuck macht und dazu noch Lust und Zeit zum Reisen hat, dann muss man die Gelegenheit wahrnehmen. So planten wir ein Treffen in Denver, den Besuch bei meiner Tante in Colorado Springs, zwei Wochen Südwesten der USA und das bead fest in Santa Fe, einer der außergewöhnlichsten und schönsten Städte der USA.

Das Programm bestand aus einer großen Verkaufsausstellung  und zahlreichen Kursen in den verschiedensten Schmuckdisziplinen. So konnte man das Fotografieren von Schmuck, Metallbearbeitung in zahlreichen Techniken und Schmukgestaltung mit Modeliermassen etc. erlernen.  Ich hatte schon vorab vier Kurse im Bereich beading gebucht.

Es begann mit einem Kurs bei einer der Meisterinnen des Perlenhandwerks, Judy Walker.

Sie ist besonders für ihre außergewöhnlichen dreidimensionalen Projekte bekannt, z.B. Kettenglieder und in sich “geschachtelte” Kugeln ( siehe auch Perlen Poesie Nr. 5 ).

Wir arbeiteten in sehr angenehmer fröhlicher Athmosphäre zu zehnt an dem “Starstruck Pendant”, einer Kugel, die aus 12 Einzelteilen besteht. Bei einer Kursdauer von drei Stunden konnten wir sie natürlich nicht fertigstellen, aber Mrs. Walker hatte alle Schritte für das weitere Vorgehen erklärt, die Anleitung ist sehr ausführlich und so hatte ich später keine Schwierigkeiten. Besonders das Innenleben der Kugel ist bemerkenswert und vielseitig einsetzbar. 

Mein Englisch ist nicht besonders gut, aber meine geduldigen Lehrerinnen und netten anderen Kursteilnehmerinnen machten mir das Arbeiten und Unterhalten leicht. Von Vorteil war sicherlich, dass ich schon nach anderen englischen Anleitungen gearbeitet hatte und mir viele technische Begriffe bekannt waren.  

 

So freute ich mich auf das “meet the teacher” am ersten Abend, an dem man die anderen Lehrer,  Projekte und Designs kennenlernen konnte. Weiterhin bestand die Möglichkeit, an einzelnen Lehrertischen viele Bücher sowie alte und neue  Anleitungen zu kaufen und sich schon mal mit den nächsten Kursen vertraut zu machen.

Mein zweiter Kurs bei Marcia Belonis befasste sich mit der “Chunky Spiral“, einer sehr schönen Kette in raffinierter Technik, die sich um einen RAW-Strang herum bewegt.   

Das war nichts für Anfängerinnen, aber machbar. In diesem Kurs waren wir 20 Teilnehmerinnen, was grenzwertig war, auch da viel Unterstützung benötigt wurde. Das Ergebnis ist unbedingt nachahmenswert, wirkt aber besonders durch die verwendeten Perlen.  Bei jedem meiner Kurse war ein Kit im Preis inbegriffen, so dass ich eigentlich nichts mitbringen musste. Oft konnte man zwischen mehreren Farben auswählen.

 

Weiter ging es zu dritt ( !!, welch Luxus ) bei Beth Kraft und ihrem Armband “Zephyr”, einem fröhlichen Schmuckstück.

 

 

Die Petersburg chain wird rund gefädelt mit Mini drops an den Kanten, ein toller Effekt.

Die Kette mit den vielen Farbabschniten ist unheimlich beweglich und eine sehr schöne Variante der Technik.  

Bei Mrs. Kraft sind die Farben wirklich besonders. Meistens kontrastreich, opak, glänzend und matt gemischt, am besten mal bei www.nordicgypsy.com nachsehen. Nett fand ich auch die Tatsache, dass Mr. Kraft und die Cousine unserer Lehrerin ihr assistierten und unter anderem Süßigkeiten verteilten. Das war auch bei Judy Walker schon so ( ich werde Helga diese Idee mal näher bringen.). So verbrachten wir entspannte, fröhliche und harmonische drei Stunden zusammen, bei denen noch etliche Fachfragen diskutiert wurden. ( Und es war das erste ( und einzige ) Mal , dass mich jemand fragte, was ich als Deutsche eigentlich von der griechischen Finanzkrise halten würde. Europäische Politik ist in den amerikanischen Medien eigentlich nicht so gegenwärtig. Auch ging es in den USA zu der Zeit mehr um die Konkurrenz zwischen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten.)

Zwischen unseren Kursen nutzten wir natürlich die Gelegenheit, bei den zahlreichen Verkaufsständen nach besonderen Perlen zu suchen. Man findet ja immer etwas, auch wenn ich schon viele Einkaufsmöglichkeiten hatte.  Durch die Kurse wird man auch noch motiviert, nach den entsprechenden Farben und Größen zu suchen …..

 

Die Organisation der bead fest fand ich sehr gut. Die Kurspreise lagen zwar etwas über deutschem Niveau. Mit den Kursgebühren hatten wir aber schon den täglichen Eintritt bezahlt. Die Organisatoren hatten auch ein Hotelzimmerkontingent in einem schönen Hotel zu sehr guten Preisen reserviert. Da es etwas außerhalb lag, war ein kostenloser Messeshuttlebus eingerichtet, was sehr angenehm war. So waren wir auch völlig unabhängig von unserem Mietwagen und konnten viel Zeit in der besonders sehenwerten Innenstadt von Santa Fe verbringen.( Aber das ist wieder eine Geschichte für sich.)

Sehr schön waren auch die vielen Begegnungen mit den anderen Kurs- und Messebesuchern, die aus allen Teilen der USA und Canada kamen. (Es ist beruhigend, dass sich auch in einem Schrank in Chicago Perlen stapeln, ohne dass dort ein Ende des Kaufinteresses abzusehen ist.) So bekam man dazu noch Berichte von den anderen Kursen, die wir wechselseitig besucht hatten oder über andere Messen und events wie z.B. eine bead Kreuzfahrt durch die Karibik.  

Mein letzter Kurs fand am Sonntag morgen, unserem Abreisetag statt. Die “Flying Ringlets” von Laura Andrews waren für uns vier (!) Teilnehmerinnen ( danke an Hennie für das Fotografieren ) eine Herausforde-rung,  da es verschiedene Techniken zu kombinieren galt. Laura hatte noch viele andere schöne Anleitungen dabei und machte uns hierfür einen Sonderpreis.

Wer mehr über ihre Arbeit wissen möchte, kann mal in der Perlen Poesie Nr. 4 blättern oder - wie ich - ihren Kurs in diesem Jahr auf der Perlenmesse in Hamburg besuchen. Sie war schon oft in England und Deutschland um Kurse zu geben und berichtete, dass sie diese Perlenreisen nur während ihres Urlaubs von ihrem Hauptberuf machen kann, sie dann aber als anregende Erholung empfindet. Wir hatten jedenfalls auch viel Spass und ich fand es nett, dass sie meinte, ich sei ein speedy beader.

Fazit: Wenn man Freude am Perlen hat, nette gleichinteressierte Leute kennenlernen möchte und neue Anregungen bekommen will, sind Kurse auf Messen und in Perlengeschäften eine gute Möglichkeit. Das ist aber auch in Dortmund auf der creativa oder in Hamburg bei der Perlen Messe so. Wenn man aber gerne reist und dieses mit dem Hobby Perlerei verbinden möchte, so sind die internationalen Messen oder die Kurse bei bead shops in aller Welt optimal. Oft sind die Veranstaltungsorte an sich schon interessant, so dass mitreisende Familienmitglieder sich nicht langweilen. Das kostet natürlich Geld, aber so oft im Leben wird man dies ohnehin nicht machen. Also: Chancen ergreifen und den einen oder anderen Traum realisieren - in den USA war dies leicht.

Wir sehen uns – ob in Bremen oder dem Rest der Welt, bis dahin : bead well

Susanne

Perlenkaufrausch in der Neuen Welt

Wie frau gutgelaunt viele $$ in bead shops, gem stores und trading posts ausgeben kann

Die Koffer sind längst ausgepackt, die Wäsche gewaschen, die Aktenberge im Büro beseitigt, Ostern gefeiert und die Fotos sortiert – nur auf meinem Arbeitstisch liegen noch die Anleitungen aus Santa Fe, die dort gefädelten Projekte ( mittlerweise wenigstens teilweise vollendet ), die vielen Geschäftskarten und die Tütchen und Behälter mit den neuen Perlen. Dies alles muss noch seinen Platz finden in meiner heimischen (sogenannten) “Perlenorganisation”. Alles will nochmals begutachtet, hin und her gelegt oder sogar spontan verarbeitet werden.    

Es ist kein Geheimnis, dass die USA ein Paradies für das Erstehen von Perlen aller Art und von Schmuckzubehör sind. Dies sieht man schon an der Werbung in der bead and button mit den entsprechenden Internetauftritten. Aber es gibt auch viele Geschäfte mit sehr umfassendem Angebot. Susan Lucas, die Besitzerin des “Sun Country Gems ”  in Albuquerque, 303 Romero NW ( www.suncountrygems.com ),erzählte meiner Freundin Sylvia und mir, dass es allein in Albuquerque unglaubliche 29 (!!) Perlengeschäfte gäbe, drei davon Großhändler. Trotzdem könne sie von ihren Einnahmen gut leben.

Sie selbst bietet neben zahlreichem Zube-hör und vielen Halbedelsteinsträngen auch japanische Roccailles an. Als wir zu ihr kamen war sie gerade dabei, aus einer großen Toho-Lieferung viele kleine  

Röhrchen zu füllen. Da wir die einzigen Kunden waren, schwatzten wir noch über das Bead fest in Santa Fe, zu dem sie in diesem Jahr mal nicht reisen wollte und über ihr aktuelles Projekt, russian leafs.

 Nach einem Einkauf in nicht unerheblichem Umfang besichtigten wir weiter die old town plaza und stießen auf den “New Mexico Bead & Fetish” shop gleich um die Ecke. Aus dem Angebot: Turquoise, Native American Carvings, Semi-precious beads, Beading Supplies, Findings, Coral, Swarovski Cristal, Fetish beads, Stirling silver ( www.nmbeadandfetish.com ).

Mir haben besonders die Zuni Fetische gefallen, kleine aus Halbedelsteinen geschnitzte Tiere. In diesem Geschäft gab es wunderbar zusammengestellte Ketten mit diesen Fetischen, die – wenn echt – ziemlich teuer sind. Eine mehrfach gefädelte Kette mit sorgfältig geschnitzten Fetischen kann 300 – 400 $ kosten. So begnügte ich mich mit einer kleinen geschnitzten Taube als Anhänger, verschiedenen Halbedelsteinsträngen und einigen schönen silbernen Verschlüssen.

 

Der Zuni Schmuck begegnete uns immer wieder auf unserer Fahrt nach Westen. Neben zahlreichen  Nationalparks hat New Mexiko auch verschiedenste Indianer Reservate, die oft noch über ein altes Pueblo verfügen. Dieses wollten wir im Zuni Pueblo besichtigen, mussten aber erfahren, dass die Führungen erst im April beginnen und individuelles Herumlaufen nicht erwünscht ist. So begaben wir uns aus lauter Frust – und da uns ein kostenloser Kaffee angeboten wurde – in das nächste geöffnete Juweliergeschäft, das wir erst Stunden später wieder verließen. 

 

Diese Arbeiten nennen sich needlepoint, sind sehr aufwändig in der Herstellung (und entsprechend teuer) und wunderschön.

 

 

 

 

Nachdem wir uns gründlich umgeguckt hatten erstanden wir – nach einem zweiten Kaffee und vielen beantworteten Fragen – sehr schöne silberne Armbänder mit eingelegten Türkisen, Korallen, Onyxen und Perlmutt und dazu gehörende Anhänger. 

In der Vorsaison hat man als einzige Kundin den unabweisbaren Vorteil der umfassenden Aufmerksamkeit des Verkaufspersonals. ( Hier Sylvia mit dem wirklich freundlichen Verkäufer, der sich über unser Interesse ehrlich freute. )

 

 

Eine wunderbare Erfahrung war auch der Besuch mehrerer Bastelkaufhaus-Ketten wie das “Hobby Lobby” in Colorado Springs,  ” Michaels” und “Jo Ann” in Flagstaff oder “AC Moore” in Rockville. Vergleichbar eigentlich nur mit unseren Baumärkten kann man dort alles zu den verschiedensten Handarbeiten, z.B. Nähen, Stricken, Malen oder Kartenbasteln etc. kaufen. Die Schmuckzubehör-Abteilungen nehmen einen großen Platz ein und bieten auch zahlreiche Sonderangebote. In vielen Zeitungen findet man Rabattcoupons. Ach, auch ich musste diese Gelegenheiten nutzen, was langsam zu Transportproblemen führte. Glücklicherweise war der Kofferraum unseres Mietwagens ausreichend dimensioniert.  

Einen weiteren feinen Perlenladen besuchten wir in Santa Fe: Gloriannas Fine Crafts. Hier hingen die wundervollsten afrikanischen Handelsperlen und Muschelperlen, lagen gewebte indianische Bänder und Stränge aller Art, gab es tschechische und japanische Perlen zu kaufen.

 

 

 

 

 

 

Die Besitzerin berichtete, dass sie das Geschäft von ihrer Mutter übernommen hat. In Anbetracht der bereits gekauften Mengen musste ich mich auf das Staunen und den Kauf von Delicas in dem Rot der schönen Landschaften des Südwestens beschränken. 

Wer die bead and button Zeitschrift hat, kann unter den Anzeigen verschiedener bead shops im Staat Maryland in Rockville die “Accents Beads” in der 12112 Nebel Street finden.  Rockville ist der Wohnort meiner Freundin Sylvia und ein Besuch in der Nebel Street war obligatorisch und außerordentlich lohnend.

 Trotz der vielen Angebote, die ich schon gesehen hatte, konnte ich bei den Achatsträngen und den schönen Glasperlen ebensowenig nein sagen, wie bei den smaragdgrünen 15er hex cut und den Hämatitringen.

 

Als Fazit kann man festhalten, dass es generell in den amerikanischen Läden ein sehr reichhaltiges Angebot gibt, dass es wunderbar ist, die Farben direkt zu sehen, die Perlen anfassen und  Zubehör und Werkzeuge genau prüfen zu können. Auch die Preise sind – je nach Wechselkurs – moderat, aber nicht immer besonders günstig. Vieles kann man jedoch auch hier bei uns in Internet bestellen. Es ist mehr die ständige Möglichkeit des Direkt-Kaufens und das zum Teil übergroße Angebot, das fasziniert. Wirklich bahnbrechend Neues, das wir nicht bereits aus Büchern oder Zeitschriften kennen, konnte ich nicht entdecken.

Entdecken konnte ich jedoch meinen absoluten Lieblingsladen auf der ganzen Reise, der zwar kein großes Angebot hatte, aber einfach hinreißend war.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nur durch Zufall gelangten wir in Ranchos de Taos zu “Orr’s Trading Post ” neben der St.Francis de Asis church. Mr. Orr selbst erzählte uns, dass die trading post, also ein alter Handelsposten für den Handel mit den Indianern der Gegend, bereits von seinem Großvater betrieben worden sei. Gehandelt wurde das Kunsthandwerk der Indianer wiederum gegen Perlen, mit denen die Kleidung der Indianer verziert wurde, insbesondere für deren kulturellen Feste.

So war Mr. Orr bei unserem Besuch gerade dabei, einen Kopfschmuck aus Stachelschwein-borsten zu fertigen. Auch berichtete er, dass seine Tochter in Leipzig studiert hätte und er selbst auch schon in Deutschland gewesen wäre.

Faszinierend war die pitoreske Ansammlung von allerhand handgeflochtenen Körben, Pfeil und Bogen, Puppen ( ziemlich ungeordnet und zum Teil seit Großvater Orrs Tagen nicht mehr abgestaubt) und den Schachteln mit den verschiedensten, überwiegend tschechischen Perlen ( von der Decke hingen ein paar chinesische Stränge ). 

Einige davon waren bestimmt noch aus den zwanziger Jahren.

 

 

 

 

 

Dieser Laden war nicht so durchgestylt und vertriebstechnisch durchgeplant wie man das leider schon gewohnt ist. Preisschilder gab es nur wenige, das meiste hatte Mr. Orr im Kopf. Aber es ist auch angenehm, wenn das persönliche Gespräch mit dem Kunden genauso wichtig ist, wie das Verkaufen an sich. Man konnte sich sehr gut vorstellen, wie die indianischen Kunden ihre Ware mitgebracht hatten, um diese wiederum nach einigem Palaver und dem Austausch von Informationen gegen Perlen oder Zubehör für Schmuck zu tauschen.  Da Mr. Orr darüberhinaus ein sehr humorvoller Mann ist, hatten wir ein nettes halbes Stündchen und zogen beladen mit Perlen wieder ab. Er freute sich darüber offensichtlich auch – sowohl über den Verkauf als auch über seinen anschließenden Feierabend.

Demnächst mehr zu meinen Erlebnissen auf dem bead fest, see you – Susanne

 P.S. Werden die einzelnen Fotos angeklickt, vergrößern sich diese und es sind noch mehr Details zu erkennen. Die “Fotoumstände” waren leider nicht immer optimal. 

 

 

 

 

Perlerin auf Reisen

Nun hatte ich schon einen der groessten Koffer unserer Familie mitgenommen und benoetige trotzdem noch eine weitere Tasche. Kofferpacken ist angesagt und neben schmutziger Waesche und dem normalen Klimbim befinden sich in meinem zunaechst ein kleines Taeschchen mit Werkzeug ( Zangen, Nadeln und Schere …), dass in keinem Fall ins Handgepaeck darf, sonst fischt es die security ‘raus. Dann ziemlich viele Papiere, insbesondere Prospekte der verschiedenen Nationalparks und interessanten Staedte, die wir gesehen haben. Den groessten Anteil bilden jedoch die Anleitungen der Kurse in Santa Fe, die ich belegt hatte. Und natuerlich diejenigen Anleitungen, die ich darueberhinaus wegen der guenstigen Gelegenheit auch noch erstanden habe. Und viele viele Geschaefts- und Visitenkarten der Perlenshops auf der Rundreise und von den beiden Messen in Denver und Santa Fe.

Die groesste Sorge bereitet mir jedoch das Gewicht der grossen und kleinen, runden und eckigen, dicken und duennen, halbedelsteinernen und glaeserenen Perlen, die in vielen Tuetchen nun verstaut werden wollen. Und dann sind da noch fireline und wildfire, Wachs, ein neuer threadburner, neue Zangen und Taschen und Verschluesse und …

Ganz klein ist dagegen die Speicherkarte meiner Kamera. Mit etwas Zeit und Ruhe moechte ich Euch bald einen bebilderten Bericht meiner Perlenreise erstellen.

Bis dahin – best beading regards von Susanne

 

Silber und Tuerkise

Ich sitze gerade in einem Hotel in Albuquerque mit einem kostenlosen Internetzugang und wollte Euch und Ihnen kurz von der ersten besuchten Edelstein Messe, der “Gem show” in Denver, Colorado berichten. (Leider schreibt dieser PC nur ue und ss, ich bitte um Nachsicht.)  Wer die Edelstein Messe in Bremen kennt, kann sich diese etwa fuenffach vergroessert, mit viel chinesischer Ware, d.h. Halbedelsteinen in allen Varianten und “unvorstellbaren” Mengen vorstellen, mit sehr hochwertigem Schmuck mit prachtvollen Edelsteinen aus den verschiedensten Ecken der USA und mit dem von mir  bewunderten Indianerschmuck. Die besonders kunstfertig verzierten grossen silbernen Pektorale mit den eingelegten Tuerkisen und Korallen der Navajo haben es mir ebenso angetan, wie die Zuni-Tierfetische und die feinen Hopi Silberarbeiten.

Auf meiner Reise geht es nach einer Besichtigung hier nun weiter auf der Route 66 nach Westen, durch Indianerland und Canyons. Eine weiterer Hoehepunkt soll die bead feast in Santa Fe sein, bei der ich vier Kurse belegt habe. Ich bin sehr froh, dass ich diese Reise mit einer Freundin machen kann und sie mich auch bei meiner Tante in Colorado Springs vorbei fuehrt. Lange geplant, eifrig gespart – nun wird es Wirklichkeit. Bei Gelegenheit werde ich weiter berichten, sonst bei unserem naechsten Treffen.

Bis dahin : take care       Eure und Ihre Susanne

 

Mit 800 Perlen um die Welt

Bericht vom Besuch der Ausstellung “Perlen aus Glas – Farbige Geschichten” in der Glashütte Gernheim

Noch bis zum 25.3.2012 hat man die Möglichkeit, im Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen an der Weser eine ganz wunderbare Ausstellung über Glasperlen aus aller Welt zu sehen. Eine Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen sollte, zumal die Fahrt in das übernächste Bundesland nach Nordrhein-Westfalen nur etwa 90 Minuten auf einer gut ausgebauten Bundesstraße beansprucht.

Die gesamte Museumsanlage ist auch für perlenuninteressierte Familienangehörige sehr interessant, da man alle Stadien des Glasblasens und der Glasbearbeitung kennenlernen kann. So hatte ich zunächst in Begleitung meiner sehr Glas-kundigen Bekannten die Freude, das Entstehen einer mundgeblasenen Vase im Glasturm zu beobachten. An diesem Wintertag waren sehr wenig Besucher im  Museum, so dass ich auch Fragen stellen konnte. Auf der Internetseite des Museums erfährt man weiteres, u.a. über  Programm und Kurse etc. ( www.lwl-industriemuseum.de ).

Aber nun zu den Perlen: Neben historischen Perlen gab es  Exemplare aus allen Teilen der Welt zu sehen: Deutschland, Böhmen, Venedig, Türkei, Grönland, Nord- und Südamerika, Indien, Burma, Borneo, Afghanistan, China, Sinai, Kenia, Südafrika ….

 

Grönländische Perlenkragen in Netztechnik 

 

 

 

 

 

Für diese Halskragen der Massai werden kleine Perlen auf Draht gefädelt

 

 

 

 

Der dänische Sammler Torben Sorbe hat nicht nur schöne Perlen zusammengestellt, sondern auch besonders aussagekräftige Glas-Vorstufen dazugelegt. Die Herstellung der einzelnen Sorten ist auf großen Tafeln sehr gut erklärt und plastisch deutlich gemacht.  

Dies hat mir besonders bei den Chevron-Perlen gut gefallen.

 

 

 

 

Spannend war auch ein Film über die Herstellung der ganz kleinen Rocailles in einem Dorf in Indien. Man kann sich sonst nicht vorstellen, dass aus einem großen Klumpen glühenden Glases mit einfachsten handwerklichen Mitteln kleinste wunderschöne Perlen in großen Mengen entstehen können.

Neben sehr alten Perlen aus Mesopotamien ( ca. 1400 v. Chr.) werden viele bestickte Alltags- und Kultgegenstände aus den verschiedensten Erdteilen gezeigt. Weiterhin ist eine umfassende fein ausgewählte Sammlung von modernen Studioglasperlen -überwiegend aus den USA -  ist zu sehen. Also eine welt- und zeitumspannende Ausstellung!

Man kann viele besonders schöne Stücke entdecken, aber mich hat am meisten fasziniert  Lise Benzon Sieverts Perlenkoffer .

“Lise Benzon Sievert ( 1905 -2005) war eine der wenigen dänischen Künstlerinnen, die ihr ganzes Leben hindurch Perlenstickerei als wesentliches Ausdrucksmittel angewandt hatten. Der von ihr hinterlassene Perlenkoffer enthält Beispiele ihrer verschiedenen Arbeiten, Muster, Skizzen sowie Probekarten mit ausführlichen Notizen und Proben der unterschiedlichen Perlentypen, die für die verschiedenen Designs angewandt werden ” schreibt hierzu der sehr gut gemachte Katalog der Ausstellung. ( Ich bringe ihn zum nächsten Treffen mit.)

Über diese Frau möchte ich noch mehr erfahren. Es ist nämlich sehr beruhigend, dass sich auch bei anderen Perlerinnen Schachteln, Dosen und Tütchen auf wundersame Weise anhäufen – und dass man mit dem Perlen offensichtlich sehr glücklich sehr alt werden kann. 

Also macht Euch bei diesem trüben Wetter auf den Weg, es lohnt sich !

 

 

Kinderleichtes Geschenkeperlen

Kinder für Perlen zu begeistern ist sehr leicht.

Warum sollten nicht auch kleine Leute die Faszination der Perlen genau so spüren, wie wir erwachsenen “Perlerinen”.

 

 

So hat es an einem Nachmittag im November großen Spaß gemacht, mit der turnusmäßigen Bastelrunde meiner Schwester  - drei motivierte Frauen – und deren Töchtern und einem Sohn bunten Schmuck und die ersten Weihnachtsgeschenke zu perlen.

 Aus Perlen aller Art , Größe und Farbe entstanden Ohrringe, Ketten und Armbänder.

Der große Hit aber waren  zahlreiche Lesezeichen und bunte Schlüsselanhänger, bei denen man so richtig frei kombinieren konnte. Auch können die meistens zahlreich vorhandenen Restperlen noch wunderbar zur Geltung gebracht werden. 

Nach kurzer Einweisung war es für die kleinen flinken Finger noch viel leichter als für die Großen, die winzigen Kugeln in die Reihe zu bringen.

Faszinierend fand ich dabei, mit welch natürlichem Farbsinn sowohl harmonische als auch kontrastierende Farben ganz gezielt einsetzt wurden. Größe oder Form scheinen eine nicht so große Rolle zu spielen, wie die Farben.

 

 

Nach einem fröhlichen Nachmittag zogen die Großen und Kleinen mit zahlreichen schönen Perlenarbeiten von dannen. Da werden sich die Omas und Opas, Tanten und Onkel, Geschwister und Eltern über interessante brauchbare Basteleien freuen !

 

 

 

 

 

Und da man für Perlerei-Nachwuchs ja gar nicht früh genug sorgen kann, denken wir schon über einen weiteren Perlennachmittag im Frühjahr nach.

 

 

Ich hoffe, dass ich Euch am 19. Dezember noch treffe. Sollte dies leider nicht der Fall sein, wünsche ich Euch schon jetzt eine schöne Adventszeit, ein  frohes und gesegnetes Weihnachtsfest 

 und ein perliges 2012 !!

 

 

 

Meyenburg Weihnachtsmarkt

Im November häufen sich die Weihnachtsmärkte. Für fleißige Perlerinnen bieten sich hier Möglichkeiten ihre Arbeiten ohne großen Aufwand zu verkaufen. Wenn sie sich denn von ihren Schmuckstücken trennen können oder vielleicht doch lieber selber behalten und tragen. So erging es auch Andrea, die auf dem Weihnachtsmarkt in der Alten Genossenschaft in Meyenburg bei Schwanewede / Bremen ihren prächtigen Stand dekoriert hatte. Ihre besten und aufwendigsten Stücke lagen dekorativ in einer gläsernen Vitrine. Doch im Gespräch unter Perlerinnen stellte sich heraus, dass sie die wohl lieber behalten würde. Aber von entsprechenden Einnahmen lassen sich neue Perlen kaufen, die unbedingt benötigt sind.

Susanne und ich besuchten den Markt, Brigitte mit Freundinnen kamen später dazu. Wir hatten schon von dem selbstgebackenen Kuchen gekostet und einige Kleinigkeiten für die Schwiegermutter gekauft. An Andreas Stand diskutierten Perlerinnen über Techniken, neue Anleitungen und zukünftige Workshops. Doch sie übersah nicht ihre eigentlichen Kundinnen, von denen sich manche Jahr für Jahr ein neues Schmuckstück kaufen. Es war ein schöner, sonniger Samstagvormittag.

Helga die Geduldige

Helgas Perlenwochenende am 5. und 6. November bei der Vhs Bremen war wieder sehr informativ, wie eigentlich alle Vorgängerveranstaltungen, an denen ich teilgenommen habe.

Gelegentlich dachte frau allerdings, sie sei in einem Grundkurs für Bauingenieure, denn es ging um “Fußboden” und “Dach” und “Seitenwände”. Dabei handelte es sich jedoch um die Beschreibung der RAW-Technik. Und so wie Helga, die Ehefrau von Hägar dem Schrecklichen unendliche Geduld mit den Marotten ihres Mannes hat, ist auch “unsere Helga” mit bemerkenswertem Langmut ausgestattet - bis alle Teilnehmerinnen ihr jeweiliges Projekt erfolgreich abgeschlossen haben. Unermüdlich gibt sie Tipps und Anregungen, auch mit bautechnischen Bezügen. Und natürlich hat Perlenfädeln auch etwas mit Materialkunde, der Konstruktion tragfähiger Formen und ausgewogenen Proportionen zu tun. Und mit guter Planung sowieso.

Das galt auch für eines der Projekte, das ich mal “kleines Ufo” nenne, helgatechnisch korrekt aber “Kleine geperlte Perle” heißt und an einen Entwurf von Frau Schlotmann angelehnt ist.

 

Das kleine Biest ( Mitte unten ) hat mich ganz schön lange beschäftigt. Aber mit vereinten kreativen Überlegungen ist es allen Interessierten gelungen.  

(Links oben zwei “pearly charm beads” nach Dee Wingrove-Smith aus der neuesten Bead , einer englischen Perlenzeitschrift, die in der 34. Ausgabe auch ein Porträt von Sabine Lippert hat.)

 

 

Mehrere Teilnehmerinnen stürzten sich auch aufs Perlen-Häkeln. Dafür kann ich mich noch nicht begeistern, aber die Ergebnisse waren interessant. Das ist das Schöne an Helgas Kursen: Sie gibt Anleitungen und Hilfestellungen für die verschiedensten neuen Projekte, aber auch für die Klassiker unter den Stichen. Jede Teilnehmerin findet darunter etwas Spannendes. So zum Beispiel meine netteste Gegenübersitzerin ( die nach eigenen Angaben ihre lila Phase überwunden hat) einen verschlungenen afrikanischen Bogenstich, der sehr schön liegt und das Armbandmuster ( siehe die Beschreibung in Helgas beadworker.de), für das sie gleich fachkundig Häkelgarn organisierte. 

Und das Beste? Meine Kommilitonin Ute aus dem Studium in Kiel saß plötzlich nach 25 Jahren in diesem VHS-Perlenkurs neben mir.   

Und das Allerbeste? Wir haben neue Freundinnen für die beadpeople-bremen gefunden, die wir am 21. November wiedersehen werden.

Bis dahin Eure Susanne ( die jetzt ein weiteres Ufo in Angriff nimmt !!)

Perlen in Irland

Neben vielen anderen Highlights und touristischen Perlen besuchte ich anläßlich meiner Irlandrundreise im September auch drei Perlengeschäfte. Während der Rest meiner Reisegruppe in Dublin wohl in der National Gallery oder beim Book of Kells war ( was ich natürlich auch noch gesehen habe ), machte ich mich bei strömendem Regen auf zu “Yellow Brick Road” und “Beads & Bling”, die ich vorab im Internet gefunden hatte.

Im Yellow Brick Road ( www.yellowbrickroad.ie ), 8 Bachelors Walk, Dublin 1, direkt am Liffey, 

war die Besitzerin so nett, Fotos zu gestatten und viele Fragen zu dem schönen Kursprogramm zu beantworten, das in einem feinen Faltblatt beschrieben war. Von September 2011 bis Juli 2012 finden an zahlreichen Wochenenden workshops statt, die spannende Projekte in den Grundfädeltechniken beinhalten.

Ich fand im Laden Perlen in allen Größen und Farben, auch japanische beads und vor allem viel Zubehör. Besonders freue ich mich über einen kleinen bronzenen Messschieber, mit dem die Größe von Perlen in cm und in inch nachgemessen werden kann, äußerst hilfreich. Weiterhin wanderten kleine Röhrchen mit delicas, Lesezeichen und Aufnähkessel mit Swarowskis in die Einkaufstüte.  

 

 

Direkt auf der anderen Seite vom Fluss, man geht nur über die nächste Brücke, liegt das pink angestrichene Beads & Bling, 34/35 Wellington Quay, Dublin 2.

Auch hier berichtete ich von den beadpeople-bremen und die Verkäufer waren mit Fotos einverstanden. Ein Kursprogramm unter www.beadsandbling.com gibt Auskunft über zahlreiche Jewellery Making Classes und Kurse für Hutmacherinnen.

Das Ladenangebot war besonders wegen der vielen Edelstein- und Perlenstränge interessant, aber es gab auch viel Metallzubehör und interessante Sonderangebote. 

Später erklärte mir eine Verkäuferin in einem schönen Wollladen im  Powerscourt Centre den Weg zu einem weiteren Perlenladen in Temple bar, den ich aber leider nicht fand, schade.

Unsere Reiseroute führte auch durch Nordirland und in Belfast besuchte ich Craftsworld, ein großes Handarbeits- und Heimwerkergeschäft. Das Perlenangebot war sehr gemischt, aber reichhaltig. Leider war die Zeit knapp und so mußte ich mich mit interessantem Draht und Rocailles zufrieden geben.( Aber die Auswahl an Puppenhäusern und Zubehör war auch für mich Nichtfan außergewöhnlich.)

Irgendwie trifft man ja als Perlerin auch immer Gleichgesinnte. Unser Bus hielt am Ring of Kerry in Sneem genau vor dem Schmuckstand von Ivonne und Kate, die ihren selbstgefertigten Schmuck verkauften.

Sie fanden die Idee einer Perlerinnengruppe sehr interessant und wir fachsimpelten ein bißchen, soweit das mit meinen Sprachkenntnissen ging. Leider ist das Foto etwas dunkel, sonst könnte man mehr von ihren Arbeiten erkennen.

Für mein Perlenhobby habe ich auch noch viele schöne Muster von steinzeitlichen Sonnenscheiben, verschlungenen keltischen  Knoten und Hochkreuzen gesammelt,vielleicht kann ich die noch perlerisch verarbeiten.

Und dann reift in mir der Traum, einmal an einem Wochenende in Dublin an einem irischen Perlenkurs teilzunehmen …..

 

Die Tage der Perlen

Unser Ausflug nach Hamburg war – wie Helga auch ausführlich auf ihrer Seite beadworker.de beschreibt – ein voller Erfolg. Während sie über ihren Häkeleien schwitzte hatten Brigitte und ich am Sonnabend ausgiebig Gelegenheit, uns über das vielfältige Angebot der Ausstellerinnen und Aussteller zu freuen.

Verständlicherweise war das Fotografieren nicht gestattet – ein Übersichtsfoto des Eingangsbereiches hielt ich aber auch unter Berücksichtigung der berechtigten Sorge vor “Werksspionage” für akzeptabel – und so bleibt nur die “Beschreibung” des unglaublich reichhaltigen Angebots. Miyuki und Toho beads, tschechische, englische und sogar kalifornische Glasperlen und natürlich Swarowski in vielen Formen und Farben. Besonders beeindruckend waren auch die zahlreichen selbstgedrehten Glasperlen, wo es mir ganz wunderbar farbenreiche Fischformen angetan hatten. Beeindruckende Kreativität mit herausragender Handwerkskunst - kann man da nur bewundernd feststellen.

Das galt in vielen Fällen auch für die gefädelten, gehäkelten und gestrickten oder bestickten Kunstwerke, die zu sehen waren. Zwar gefällt einem nie alles, manche Farbkombination erscheint gewagt und hin und wieder denkt man: schade um den Aufwand, aber grundsätzlich war das Niveau des Gezeigten sehr hoch. Auch die anderen Besucherinnen ( ich habe noch nie so vielen Frauen in den Ausschnitt geguckt ) waren sichtbar Fortgeschrittene der Perlereikunst, so dass manches angeregte Gespräch geführt werden konnte.

 Diese Dame gestattete ein Foto, da wir so beeindruckt waren vom ihrem ganzheitlichen Perlenstyling

Diese Dame gestattete ein Foto, da wir so beeindruckt waren von ihrem besonders schönen ganzheitlichen Perlenstyling.

Alles geschah in der wie immer guten Atmosphäre unter Perlerinnen, die die Zeit schnell vergehen ließ. Etwas Mitleid hatte ich mit den vor dem Gebäude auf und ab gehenden Männern, denn von einem zeitlich überschaubaren Aufenthalt der Messebesucherinnen konnte mann ja eigentlich nicht ausgehen. 

Zwischendurch mussten Brigitte und ich uns bei Kaffee, Wasser und Brötchen von den vielen Eindrücken erholen und beratschlagen, welche Stände denn nun nochmals zwecks Information und Kauforgie angesteuert werden sollten. Kurs nahmen wir sodann auf verschiedene Kits und Anleitungen. Angepeilt hatten wir weiterhin mehrere Perlenverkaufsstände und vergaßen dabei nicht, Qualität und Preise zu vergleichen – unschätzbarer Vorteil einer Messe. Schön ist es ja auch, die Betreiberinnen  von Internetshops mal persönlich zu treffen oder ganz neue Anbieterinnen kennenzulernen. (Ich glaube, dass ich auf der Messe jetzt eine sehr gute Quelle für verschiedenes Zubehör und  Perlen entdeckt habe.) Neben unseren Einkäufen befanden sich am Ende des Tages natürlich auch viele Visitenkarten von Shops und Künstlerinnen in unseren Taschen.

Ich habe zwischendurch von Verkäufern erfahren, dass sie nach anfänglicher Skepsis doch sehr positiv überrascht waren von der Zahl der Besucher und deren Kaufbereitschaft. Viele Stände waren am Sonnabend auch tatsächlich stark frequentiert.  Hoffentlich haben die Veranstalter auch von anderen Besuchern und von den Ausstellern positive Rückmeldungen erhalten, denn bei einer Wiederholung der Veranstaltung bei uns in Norddeutschland wäre ich mit großer Vorfreude bestimmt dabei.

 

Fahrt zur Perlen-Kunst-Messe Hamburg

Am Samstag, 20. August 2011, fuhren einige Frauen der Beadpeople Bremen zur lange angekündigten Perlen-Kunst-Messe nach Hamburg. Es früh los, denn Helga hatte Workshops gebucht und musste pünktlich da sein. Die anderen schlenderten über die Messe. Es war sehr voll, so dass es nur ein langsames Durchkommen war. Es wurde hier und da etwas eingekauft. Problem beim Perlenkauf ist oft, leeres Portemonaie und es ist nicht viel zu sehen. Manchmal reicht zum Transport eine Handtasche.

In der Mittagspause trafen wir uns wieder und aßen und tranken rasch etwas. Es war so heiß und schwül und Zeit knapp. Helga musste nach einen halben Stunde Pause wieder zu ihrem nächsten Workshop. Brigitte und Susanne gingen wieder los und begutachteten die restlichen Stände.

Zum Schluss tauschte Susanne noch ihre mitgebrachte Beperlte Perle in eine andere. Es handelte sich um eine nette Aktion der Redaktion der Perlen-Poesie.

Kaputt und doch erfüllt mit neuen Ideen und Materialien fuhr uns Susanne wieder heil nach Hause.

Bild: Aussteller und Besucher  Bild: Stolze Perlerinnen